Zeitschriften- und andere Sampler
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Baby Jesus (Twisted Nerve Christmas Stocking Filler EP 1998)
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Der Anfang klingt noch recht harmlos, Summen in Moll und Orgeltöne, aber dann scheppert eine schwerverzerrte
E-Gitarre los und das Lied wird ein grimmiger Blues. Und dann plötzlich Taktwechsel und die Band rotzt los, als wolle sie
den Pogues Konkurrenz machen. Alle röhren im Chor als seien sie auf einer wilden Saufparty und wenn man genau hinhört
versteht man ein paar Wortfetzen u.a. die Titelzeile. Man merkt, Weihnachten ist für Elbow nicht unbedingt ein andächtiges
Fest...
Working Class Hero (Original John Lennon) (Q Magazine "Lennon Covered #1" 2005)
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Typisch Elbow, schläfrig schleppender 3/4, aber nicht akustisch wie das Original sondern schon durchaus ruppiger gespielt
und leicht shoegazigige Effekte. Guy singt eher tiefer als man es von ihm gewohnt ist und ein bißchen fehlt mir der hohe
Gesangston im letzten Refrain, aber seit ich "Snowden" von Doves kenne und weiß, dass das himmelhohe Fiepen ER ist,
hab ich den Verdacht, dass die ganz hohen Gesangstöne am Ende im Hintergrund auch von Guy stammen. Dann haben
Elbow noch eine Archivaufnahme von Lennon im Interview hineingemixt. Lennon äußert, dass er beschreiben will, was die
Menschen fühlen aber nicht den Leuten sagen will was sie fühlen SOLLEN und dass er sich nicht als Prediger oder
Anführer fühlt. Und er ist der Meinung, das sei die Aufgabe von Künstlern, nämlich die Gefühle der Menschen zu
reflektieren.
August and September (Original The The) (Q Magazine "Best of 86/06")
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Wieder die sanfte und etwas bluesige Ecke. Bei dem Bandnamen der Urheber muss ich zwar immer grinsen, weil ich an
Loriots "Zwei Cousinen" denken muss, aber Garv scheint für die Jungs was übrig zu haben, er hat sie schon öfters bei
seiner Radiosendung gespielt. Allerdings, seit ich das Original kenne, kann ich nur sagen, dass mir die Elbow-Version nicht
nur deswegen besser gefällt, weil ich Elbow-Fan bin, sondern auch, weil das Original nicht mein Geschmack ist. Ich kann
mir schon denken, warum mir The The damals in den 80ern weniger aufgefallen sind als zum Beispiel Talk Talk. Es ist
aber auch wieder eine dieser typischen Elbow-Totalveränderungen, wenn auch nicht ganz so extrem wie bei Gabriels
"More than this".
Bei Elbow kommt der Text auch mehr zur Geltung, der darüber handelt, wie jemand seine Freundin vergrault und reumütig
und dankbar ihre Rückkehr erleben darf. "War unsere Liebe zu stark um zu sterben oder waren wir nur zu schwach sie zu
töten?" Im Original ist man sich nicht ganz sicher, ob er es verdient hat, da gerade am Schluß die Angelegenheit irgendwie
einen unangenehmen Unterton bekommt ("Du bist mein!" Wie war das doch bei "I put a spell on you" ? *schauder*),
während Guy das Lied so haucht und schmachtet, dass man richtig vor dem geistigen Auge sieht, wie er die Dame
regelrecht bekniet, ihm zu verzeihen.
Something in the Air (Original Thunderclap Newman) ("NME & Warchild presents 1 Love"2002)
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Obwohl Garv ja mehr als einmal bewiesen hat, dass er für's hohe Falsett-C keinen Klötisten braucht wird dieses Lied
transponiert. Elbow machen ja nur sporadisch politische Lieder, dies hier ist immerhin für eine wohltätige Sampler-Reihe
(Warchild), allerdings begründet Garv die Songauswahl so: "Thunderclap Newman ist fett und bärtig. Ich auch". und
ähnlich frech sehe ich dieses Cover irgendwie auch. Wenn ich sein schläfriges Nuscheln höre, sehe ich ihn irgendwie vor
mir, wie er leicht verkatert aus dem Hotelzimmer guckt und sieht, wie alte SED-Kader die arme alte Montagsdemo
aufwärmen. Aber da es in England wohl keine Montagsdemo gibt und die Revoluzzer dort eher abgehen wie New Model
Army sehr beklemmend in "Carlisle Road" beschrieben haben (da geht's allerdings mehr um Rassenunruhen), denke ich,
dass Garv wohl schon anderes im Sinn hatte als er das Lied einsang.
(kleine politische Stichelei am Rande, ich will jetzt nicht über den Sinn oder Unsinn von Montagsdemos politisieren, meine Gruselgeister quälen mich eh schon genug nachts um 1
damit. Nur soviel: es mag schon sein, dass in der DeeDeeÄrr wirklich nicht alles schlecht war, aber ich will nie wieder viel Geld für eine räudige Fotokopie eines räudigen
Zeitungsausschnittes einer genialen Band ausgeben...und das war ja leider nur der harmlosere Teil von Ostelbien vor 89...)
Snowball ("Warchild - Help: A Day in the Life" 2005)
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Das ist definitiv DER Progrock-ohne-Solos-Titel. Megaproggies könnten daraus vielleicht einen 20-Minüter basteln, aber
letztlich fällt gar nicht auf, dass gar kein Solo drin ist, zumal Guy schön viel singt. Mehrere Taktwechsel, sanfter Anfang,
engergiegeladenes Ende. Irgendwie schade, dass das Lied nur auf einem Sampler erscheint, den zu kaufen sicher einen
guten Zweck erfüllt aber auf einer Elbow-Platte hätte er auch gut gepasst als Nachfolger zu Newborn.
Running to stand still (Original von U2) ("Warchild - Heroes" 2009)
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Das Original ist von 1987 (Yoshua Tree). Nach den jazzigen und klassischen Experimenten von "Seldom Seen Kid" ist
dieser Titel wieder so, wie man Elbow gewöhnt ist. Klassischer Indierock. Ruhiger Anfang und recht lebhafter Mittelteil, wo
Guy auch Mundharmonika spielt. Sie halten sich recht nah am Original, sind aber in besagtem Mittelteil temperamentvoller,
der U2-Titel ist durchgehend sanft.
Black Magic Woman (Original von Peter Green's Fleetwood Mac) (Die Magier - Nichts als fauler Zauber ("Magicians") 2007)
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Und wieder eine Coverversion. Zunächst mußte ich bei der Songauswahl schmunzeln, weil ich sofort an die alten Soft und
ihre Liebe zu Santana denken mußte, doch dann fiel mir ein, dass das Lied im Original von den frühen Fleetwood Mac mit
Peter Green ist!
Sie haben sich recht dicht am Original gehalten, bis vor kurzem kannte ich nur die Santana-Version. Das Cover ist gut
geworden, Garv hebt auch mal wieder einwenig die Stimme und zeigt, wieviel Kraft er auf den Stimmbändern hat und Craig
spielt ein schönes cooles Klaviersolo.
Schade dass es auf einem Soundtrack drauf ist, den ich mir wohl nicht kaufen werde (zuviel Unspektakuläres drauf u.a. der
nervende Trommpetn-Jimmy Smith, den Garv zu genüge in seiner Sendung spielt...)
Aber vielleicht verirrt es sich ja auch auf die wohl immer noch nicht verworfene Idee der B-Seiten-CD
Beat for Two ("Inside I'm dancing"/"Rory O'Shea was here" 2006)
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Dieser Titel ist wohl ganz besonders rar, denn er läuft nur im Abspann und befindet sich (soviel ich weiß) nicht auf dem
Soundtrack.
Ein zarter Blueswalzer mit etwas Genesis-verdächtigem Klaviertinkern. Hoffentlich landet DER auf der o.g. B-Seiten-CD.