Auftritte im Radio
(Einzeltitel)
Independent Woman (Original von Destiny's Child (!!))
(BBC Radio 1 Jo Whiley Show 2002)
Kennengelernt habe ich es über die schräge www.rathergood.com site, wo man unter dem Titel "Northern Kitten"
zu diesem Stück Katzen sieht, die mit Zigarette im Maul und Schiebermützen auf dem Kopf Instrumente
bearbeiten. Wie war das doch mit Guy Garveys Bemerkung einem Interviewer gegenüber: "...ich bin ein
Miezekätzchen..."
Das Original ist kaum wiederzuerkennen. Garv und Co. haben den Diskotitel in eine Art Swingstück mit Vibraphon
und Melodika umgewandelt, was brüllend komisch klingt.
1 Thing (Original von Amerie)
(BBC Radio 1 Jo Whiley Show 2005)
Wie hier das Original klingt weiß ich nicht, ich weiß nur, auch hier ist es eigentlich eine Frau, die das Teil singt;
eine US-Sängerin, die beim Bildergooglen sehr attraktiv aussieht. Wahrscheinlich ähnliche Gewichtsklasse wie die
anderen hübschen Fräuleins, die Soul mit Quängeln verwechseln.
Garv nutzt einen spaßigen Soundeffekt, den man aus dem Proggie-Lager von Gabriel, Bowie und Pink Floyd
kennt, aus dem anderen Lager allerdings von Fred Sonnenschein und seinen Hamstern!! Besonders köstlich, wie
Garv mitten in einer trotz Mickymausstimme verdammt lasziv klingenden Vokalise zu lachen anfängt. Und wie er
dann loskreischt, scattet und krakeelt würde ich das manchmal ganz gern im Naturton hören...junge, rastet der
Kerl da aus...*ablach*
Lay down your cross (Urversion)
(BBC Radio 1 ca. 2002/2003)
Wohl die Rohform des Liedes. Es hat einen etwas anderen Text und ist kürzer. Aber der abgeschraubte Kopf und
die zärtliche aber bestimmte Bitte endlich zum Vö.... in die Koje zu kommen ist auch dabei *grins*
Und Garv klingt noch gabrielischer als bei der offiziellen Version!
Teardrop (Original Massive Attack)
(BBC Radio 1 Live Lounge 2003)
Diese Version hatte ich zuerst kennengelernt und mir wurde damals klar, warum Elbow auch immer mal wieder
mit Triphop in Verbindung gesetzt wurden. Bei dieser Version singt Garv etwas kräftiger als bei der B-Seite,
ansonsten ist es wie oft bei Elbow sehr originalgetreu der Studioversion aber auch recht dicht am Original
Bewlay Brothers (Original David Bowie)
(BBC Marc Riley 2004)
Akustische Interpretation des alten Bowie-Titels.
Garv beweist dass er auch kräftig losschmettern kann wenn ihn nur eine Gitarre begleitet. Inzwischen kenne ich
auch das Original, was nicht nur alles andere als unplugged ist sondern auch stimmungsmäßig einigermaßen
anders. Besonders das Ende, bei Bowie wird die Angelegenheit im breitesten Cockney mit verzerrter Stimme
ge"blafft" und bekommt dadurch eine etwas komische Note. Guy hingegen singt es zwar auch in Mundart, aber es
wirkt plötzlich melancholisch.
Mark Riley ist zu recht völlig aus dem Häuschen und Garv lacht geschmeichelt wieder sein niedliches bäriges
Lachen.
May you never (Original John Martyn)
(BBC 2 Dermot O'Leary 2004)
Da ich beim Googlen nach dem Originalinterpreten zunächst auf Clapton stieß, dachte ich das Lied sei von ihm
und machte mir so meine spöttischen Gedanken, da Mr. Klapperton manchmal nicht ganz geschmacksicher ist
und das Lied für mich irgendwie ein bißchen nach Klassenfahrt und Lagerfeuer klingt. Dann erfuhr ich aber, dass
es von einem gewissen John Martyn ist, was ich mir gar nicht so recht vorstellen kann, da ich ihn bei Garvs
Payola eher als Melancholiker a l a Nick Drake kennengelernt habe.
Nichtsdestotrotz ist es hübsch anzuhören, wie Garv das Lied sanft und irgendwie gemütlich interpretiert. Könnte
mir vorstellen, dass wenn er eine der Sternstunden vom alten Eric beim Wickel hätte (z.B. "Let it grow" oder
"Please be with me"), dass dann bei mir wieder Hochwasser angesagt wäre...
Fuzzy (Original Grant Lee Buffalo)
(BBC 1 Zane Lowe 2005)
Das Teil liebe ich schon im Original, aber wüßte ich nicht, dass es nicht von Elbow ist, würde ich nicht darauf
kommen, es klingt sowas von elbowisch... Grant Lee Buffalo müssen wohl auch eines von Elbows Vorbildern
sein. Guy zeigt, wie unfassbar hoch er kommt ohne schief zu krächzen wie bei Picky Bugger.
Ist wenn ich es mir recht überlege mein Lieblingscover
The Wizard (Original Black Sabbath)
(BBC Fernsehen Dermot O'Leary 2001)
RACKNROOOOOOLLLLL!!! Oder lieber HÄWWIFACKNMÄTTL!!?? Das Teil geht ja ab wie Schmitts Katze
(das Publikum auch). Im Powderblue-Forum hat darauf jemand mal scherzhaft Elbow daraufhin "Hellbow"
genannt. *kicher*
Sogar ein richtiges Gitarrensolo ist drin, während Garv auf der Mundharmonika losfetzt, dass so mancher Blueser
die Ohren anlegen würde...
Jenes Stück ist wohl auch der Grund, warum ich Elbows Hinweis, die nächste CD (Seldom Seen Kid) würde
"Darker and Heavier" werden gründlich mißverstand...*huch*
Bis vor Kurzem kannte ich dieses Cover nur als Audio. Mittlerweile kenne ich auch das Video dazu, einen
Fernsehauftritt aus dem Jahre 2001. Werde also auch
HIER kurz drauf eingehen.
Brambles (Arbeitstitel von "Some Riot")
(BBC Marc Riley's Brain Surgery 2006)
Ein erster Vorgeschmack auf die "Seldom Seen Kid". Klavier und Gesang. Garv besingt in dem Lied einen Freund,
der dem Alkohol etwas zu sehr zusprach, so dass es selbst einem Kampftrinker wie ihm nicht mehr geheuer ist.
Anfangs dachte ich, es handelt vom verstorbenen Bryan Glancy, aber wenn ich es richtig mitbekommen habe, ist
der nicht am Alkohol sondern an Depressionen gestorben.
Später gab Guy zu, dass zwischen den Zeilen das Lied auch über ihn selbst handelt, da er ja wie oben erwähnt,
alles andere als Abstinenzler ist.
Als diese Aufnahme im Radio lief, dachte ich noch, Guy hätte sich an einer Stelle verheddert, weil ich ja bereits die
äußerst ergreifende Liveversion aus Amsterdam kannte, aber tatsächlich war das Stück bereits näher an der
Endversion dran.
If you leave me now (Original von Chicago)
(Guilty Pleasure Concert 2007)
Jaja, die Lieder wo es einem etwas peinlich ist, dass man sie liebt. Ich heule beim Original immer Rotzblasen,
obwohl das Lied bei Fans der frühen Chicago inetwa so was ist wie "Many too many" oder "Hold on my heart" für
alte Genesis-Fans. Als ich hörte, dass der Garv das Lied gecovert hat, kamen mir beim blosen Gedanken dran fast
schon die Tränen.
Und tatsächlich, er singt es HIMMLISCH. Er kommt ohne Probleme in die hohen Lagen und schmachtet es mit
solcher Inbrunst, dass eigentlich Heidi Klum ihn mit dem hübschesten schwarzhaarigen Nachwuchsmodel
verkuppeln müßte *zwinker*
Das Publikum ist auch völlig hingerissen, schon bei den ersten Tönen des Liedes erschwoll ein regelrechter
Begeisterungsseufzer aus dem Zuschauerraum, dass ausgerechnet Garv, der mancunische Kneipenengel diese
Edelschnulze ausbuddeln darf.
Das Einzige, was zur absoluten Perfektheit dieses Beitrages fehlt: das himmelhohe "Uuuuuuuuhuu Mama..." am
Ende des Liedes, das war dem Garv dann wohl doch nicht ganz geheuer, denn es ist schon in "Picky
Bugger"-Höhen und was dort noch witzig an Tom Waits erinnert, wäre bei diesem Titel wohl schon zu kratzig.
Aber ich will nicht mäkeln. Dazu ist diese Coverversion einfach zu entzückend geworden. Und der Moderator
schmiert dem Garv auch gründlich Honig ums Mäulchen: "Guy Garvey IS Chicago!"
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Back in Black (Original von Amy Winehouse)
(BBC Jo Whiley Show 2008)
Da mir der Hype um die auftoupierte Kampftrinker-Amazone etwas suspekt ist, hoffte ich insgeheim es wäre auch
wieder so ein freches Cover wie "1 thing" oder "Independent Woman"
Aber dann erinnerte ich mich, dass Guy Fräulein Alehouse schon mal interviewt hatte und hinterher brummte:
"Laßt das arme Mädel doch in Ruhe"
Nun ja, es ist ein ernsthaftes Cover geworden aber selbst bei Garv und Co kommt irgendwie keine rechte
Melancholie rüber, die eigentlich bei der Tonlage des Liedes kommen müßte. Vielleicht ist es wirklich zu langweilig
zum heulen. Schade.