Um einen guten Platz zu ergattern fand ich mich schon ziemlich zeitig am Luxor ein, welches inmitten einer verkehrsreichen Einkaufsstraße lag. So stand auch der Tourbus genau vor dem Gebäude auf dem Parkstreifen. Ich war einigermaßen nervös, als ich den Bus vom indischen Bistro nebenan beobachtete. Ich hoffte natürlich, die Musiker würden auftauchen, aber zunächst nichts. Nach einem sehr leckerem Mahl (Lamm in Pfefferminzsauce) ging ich wieder zum Eingang des Luxor, wo jetzt ein einzelner männlicher Fan wartete. Von drinnen tönten Soundcheck-Geräusche und der junge Mann und ich kamen einwenig ins Gespräch. Er erzählte, er hätte schon mit einem Elbow-Mitglied gesprochen. Irgendwann gesellte sich noch eine junge Frau dazu und wir lauerten gemeinsam weiter, ob die Musiker aus dem Bus oder von drinnen kamen. Irgendwann tauchte tatsächlich Craig auf, mit Handy welches er vor der Tür benutzte, nur ein paar Schritte von uns entfernt. Und dann kamen Pete, Jupp und Mark. Ich konnte von Pete das Foto signieren lassen, was ich ihm eigentlich schon 2005 geben wollte und wechselte kurz ein paar Worte mit ihm. Als Craig zu Ende telefoniert hatte, ging die Band (außer Guy, der war noch beim Soundcheck) in das gewisse Indische Bistro! Während die viere dort Abendbrot aßen tönte vom inneren des Luxor, wie Guy mit Jesca das Duett testete sowie ein zweites Duett, wo ich die zweite Stimme (noch) nicht zuordnen konnte. Irgendwann durften wir dann in die Halle und der junge Mann und die junge Frau hielten netterweise für mich in der ersten Reihe ein Plätzchen frei, während ich meine Jacke an der Garderobe abgab. Die Musik, die während der Wartezeit aus den Boxen kam, klang größtenteils nach Guys Radiosendung, es war z.B. Augie March dabei und sein obligatorischer Rausschmeißer von Ray Charles. Schließlich kam Guy auf die Bühne und kündigte Jesca Hoop an, die, wie er äußerte eine gute Freundin der Band sei und eine der Lieblings-Singer/Songwriter. Zudem bat er das Publikum, möglichst leise zu sein, da Jesca ein eher leises Programm spiele. Jesca kam dann nur mit akustischer Gitarre auf die Bühne. Das erste Lied war gar a-capella und bestimmt sauschwer zu singen, was die Oktavsprünge darin anging. Anschließend kam "Seed of Wonder", ein Lied was ich schon recht gut aus Guys Radiosendung kannte. Immerhin in den vorderen Reihen hielt sich das Publikum an Guys Bitte, aber von hinten drang doch ziemlich viel Stimmengewirr, sogar bei "Murder of Birds", dem Duett mit Guy. Das zweite Duett (inetwa "My Boo" oder so ähnlich) war übrigens mit Prabjote Osahn, der rassigen schwarzhaarigen Violinistin von Elbow. Die anderen Lieder kannte ich leider nicht, eines witmete Jesca ihrer Mutter, die -wenn ich richtig verstand- eine Leidensgefährtin von mir ist: Monsterbekämpferin. Welches Lied mir auch sofort ins Ohr ging und die folgenden Konzerte auch sofort wiedererkannt wurde, war das abschließende Lied, was mich einwenig an das gute alte "Going to California" von Led Zeppelin erinnerte. Leider ist dieses Lied nicht auf Jescas Akustik-EP drauf, aber ich werde mir wohl irgendwann noch einige CDs besorgen, es gefiel mir jedenfalls sehr gut. Sie hat eine wunderschöne Stimme und konnte sich einfach aber effektiv auf der Gitarre begleiten. Dann war Umbaupause. Diesmal war übrigens nicht die burschikose schwarzhaarige Frau dabei, die früher immer Soundcheck gemacht hatte. Dafür zwei recht hochgewachsene Männer. Elbow begannen das Konzert mit "Starlings", das "Carpet Crawl"-ähnliche Blubbern kam vom Band, während die Musiker mit Trompeten aufstellung nahmen (und ich mir die Ohren zuhielt ;-) ) Trotz der grenzwertigen Frequenz war es ein witziger Effekt, wie die Band in die Trompeten blies und das Licht blendend hell wurde. Bei "Bones of you" erinnerte ich mich übrigens schon beim Soundcheck daran, wie ich bei Nieselregen in Würzburg lauerte und mir der ängstliche Gedanke kam, was wenn Elbow gar nicht kämen. Und als dann beim Soundcheck plötzlich dieses latinohafte "tack tock tack" tönte alle Angst von mir abfiel und mich nicht einmal der Regen mehr störte. Die Latinotrommeln spielt übrigens Craig. (Multitalent!) Mirrorball widmete Guy Barack Obama und all seinen Wählern und Great Expectations widmete er Petes Eltern, die an diesem Abend auch im Publikum waren. Überhaupt war Guy bester Stimmung, fast übermütig machte er einmal eine "Standwaage" und fiel fast hin! (Vorsicht, Tapsbär!! Bei dieser Bewegung hab ich dünnes Gestell mir mal einen Hexenschuß eingefangen!!!) Dann trällerte Guy immer wieder im Cole-Porter-Stil "Isn't it delightful" Auch die Lichteffekte waren sehr schön, Kate, die Lichtfrau machte also ihre Arbeit wieder sehr gut. Irgendwann versammelten sich die Musiker um Craigs Keyboard herum und ein Roady kam auf die Bühne mit einem Tablett, auf dem Schnapsgläser standen. Die Band trank diese aus und dann spielten sie eine Akustikversion von "Weather to Fly", die mir irgendwie besser gefiel als die Studioversion. Die folgte anschließend. Guy schüttelte irgendwann die Hände der Fans in der ersten Reihe, möglicherweise während "Forget Myself". Auch grinste er mich öfters an, er schien mich wohl wiedererkannt zu haben. Dass es wohl so sein mußte merkte ich während "One Day like This" als er folgendes tat: "When my face is chamois creased" - er schnitt eine lustige Grimasse in meine Richtung "If you think I winked I did" - er zwinkerte mir zu "Kiss me when my lips are thin" - er nahm meine Hand und KÜSSTE SIE!! *hysterischfreu* "Newborn" war wie immer atemberaubend, ich erkenne das Lied ja immer schon, wenn Guy seine Akustikgitarre nimmt und diese ein Kapodaster um hat. Guy frotzelte vorher, ein Schreiberling hätte Elbow als "middleaged" bezeichnet (er machte darauf eine witzige Grimasse), und das sei eigentlich etwas, was ihm am A.....vorbei ginge: "Something I couldn't care lessss!!!" Ich dachte mir so dabei, hauptsache Guy kricht immer noch den hohen Ton. Und irgendwie erinnerte ich mich, in den Tiefen des Internet genau diese "middleaged"-Bemerkung gelesen zu haben, ich glaube es war ein Nicht-Fan, dem nicht in den Kragen passte dass Elbow den Mercury Prize gewonnen hatten. Als erste Zugabe kam (sehr zur Freude des jungen Mannes mit dem ich ins Gespräch gekommen war) Some Riot. Allerdings klang es doch einigermaßen anders als auf der Platte, wuchtiger und dramatischer. Völlig anders als die Urversion "Brambles" aber auch sehr schön und bewegend. Nach dem Konzert traf ich noch mal Pete. Ich erzählte von meinem Vorhaben, auch in Berlin und Hamburg zum Konzert zu kommen und er musste irgendwie nicht mitgekricht haben, dass ich Karten hatte, denn er meinte, er würde mich auf die Gästeliste stellen, was in meinen überraschten Ohren klang wie "Backstagepass"!! Dazu später mehr.
Setlist Köln (Reihenfolge ohne Gewähr)
Starlings Bones of You Mirrorball Leaders of the free World The Loneliness of a towercrane driver Great Expectations The Stops Forget Myself Grounds for Divorce Newborn Weather to fly One day like this
Some Riot Station Approach Scattered Black and Whites
Berlin - Columbiaclub 07.11.2008
Dieses Konzert besuchte ich gemeinsam mit meiner Mutter, die ebenfalls Elbow verehrt. Das letzte Mal war sie ja 2003 dabei, wo Garv uns mit seinem eigenwilligen Schunkelstil erschreckte. Es ist immer nicht besonders einfach, die Columbiahalle vom Columbiaclub zu unterscheiden. Sie werden leicht verwechselt, wir waren eigentlich drauf und dran das nächste Gebäude auszuwählen, aber das gewisse milchkaffeebraune Plakat mit dem "Kubik"Würfel führte uns ans richtige Ziel. Dass es nicht nur uns so ging, fiel bald auf, als Leute auftauchten, die gar nicht wie Indiefans aussahen, selbst gegen meine Mutter. Und sogar KINDER. Bald stellte sich heraus: im Club nebenan waren ROSENSTOLZ! (Die ich ja ein bißchen gefressen habe, seit sie auch bei Coldplay klauen ohne Martins Vokalkapriolen gleich mitzuverwenden!! Und wer bei Coldplay klaut, klaut indirekt auch bei Elbow!!) (und was die Kinder betrifft, die tauchen vielleicht bei Elbow dann auf, wenn die irgendwann ihren angekündigten Zeichentrickfilm rausbringen, wann immer das sein wird...) Als wir hinein durften erwischten Mutti und ich auch erste Reihe, allerdings vor uns ein KONZERTGRABEN!! Ich frotzelte: "Wir sind doch hier nicht bei Bon Jovi oder was!?" Jesca schien an diesem Abend Stimmprobleme zu haben, vielleicht war die Ärmste erkältet! Mutti meinte, sie sah aus als habe sie Schmerzen beim Singen. Dennoch sang sie sehr schön (das sind die wahren Künstler, die selbst mit krankheitsgeplagter Kehle noch vernünftige Töne rausbringen!) Das Publikum war erneut nur in den vorderen Reihen gebührend ruhig, hinten wurde wieder eifrig geschwafelt. Ich glaube, es war in Berlin, wo Guy während des Elbowauftrittes stichelte, dass wenn all die Leute, die während Jescas Auftritt gequatscht hätten jetzt eine ihrer EPs kaufen würden, dass sie sich davon dann ihren Heimflug leisten könne (und der ginge immerhin nach Californien!) Als Elbow auf die Bühne kamen, wurde uns klar, warum der Graben da war: für die Pressefotografen! Eine hektische Horde zu vieler zu großer Menschen zappelte im Graben hin und her und NERVTE TIERISCH!! Besonders genervt war ich während Mirrorball, wo ich sonst immer so schön schwelgen konnte. Und wahrscheinlich bekomme ich nicht mal eines dieser Fotos je zu Gesicht *grummel* Meiner Meinung nach sollten professionelle Konzertknipser im Konzertgraben nicht größer als 1,60 sein, so wie die eine Fotografin, die trotz ihrer wohl maximal 1,55 mit ihrer teuren Superkamera mit Zoom ect. sicher bessere Fotos hinkrichte als unsereins mit Aldi-Camcorder aus der ersten Reihe...Die Kleine war mir demzufolge noch am sympathischsten von der ganzen Horde. Als die Horde nach drei Liedern endlich verschwand, blieb zwar der lästige Graben, aber meine Stimmung besserte sich, denn Guy war wieder bester Laune. Sein "cole porter stil running gag" diesmal: "I love Berlin in November" (das Publikum sollte darauf singend antworten: "How about you"). Guy erzählte zudem, dass er sehr glücklich darüber sei, dass Obama gewählt wurde, und falls der die Sache versauen sollte, werde Guy ihn anrufen: "Hallo? Obama? Hier's Guy von El...hallo??" Die Liedauswahl war die selbe wie in Köln, außer "Forget Myself", stattdessen spielten sie "Mexican Standoff". Mutti hatte beobachtet, dass ein junge Mann in meiner Nähe während "Towercrane Driver" zu weinen anfing, was mir wieder das alte Zitat in Erinnerung brachte: Franz Ferdinand bringen Mädchen zum Tanzen und Elbow bringen Männer zum Weinen. Ich musste in diesem Zusammenhang an dieses niedliche Werbeposter denken, was die Leute ins Kino locken soll, man sieht ein paar junge Frauen in der hinteren Reihe ergriffen heulen mit der Unterschrift "Sie weinen gern gemeinsam". In der vorderen Reihe sitzt ein bäriger Bikertyp mit Glatze und Rauschebart und emotionslosem Gesicht, aber verdächtig feuchten Augen. Untertitel: "Er hat nur was im Auge". Auf Elbow umgemünzt müsste man ihm einen Gedankenblase malen: "...der versteht mich...seufz.." und bei den Mädels "...er versteht uns..." Bei "Weather to Fly" brachte der eine lange Roadie wieder Schnapsgläser und Garv uzte ihn, in dem er ihn "die hübsche Michelle" nannte! Bei "Newborn" flippte Guy beim wilden Teil so aus, dass ich fast Angst hatte, er würde vom Stuhl stürzen! Das Publikum war übrigens außerordentlich begeistert, geradezu frenetisch. Bestimmt hätte Guy wieder Hände geschüttelt, wenn dieser blöde Graben nicht gewesen wäre. Ich hatte auch immer ein bißchen Schiß, Guy würde von der Bühne fallen, weil er ja eben diese seltsam tapsige Art hat, sich auf der Bühne zu bewegen. Er fiel natürlich nicht, er ist ja ein Bühnenprofi und ist in seiner Heimat sicher schon größere Bühnen incl. Graben gewohnt. Ich hatte ja durch Petes Bemerkung die Hoffnung, dass wir hinter die Bühne dürften, ich hatte Mutti auch schon zu verstehen gegeben, dass sie nicht befürchten muss, dummbunt herumzustehen ohne was mitzukriegen, ich würde ihr alles übersetzen und Guy würde sich bestimmt freuen sie kennenzulernen, da er ja selbst eine patente Mutti hat. Pete hatte in Köln ja auch recht angetan reagiert als ich von Mutti erzählte, er hatte ja daraufhin die Anwesenheit seiner Eltern erwähnt. Aber der Türsteher wußte von nichts. Nun, da begann mir schon zu dämmern, dass da wohl ein Mißverständnis vorlag. Ein bißchen frustriert war ich schon, aber eigentlich hatte ich ja ursprünglich eh nicht vor in Berlin vor der Backstage zu lauern, eben weil ich Mutti dabei haben wollte Auf jeden Fall hatte uns das Konzert gut gefallen, die Stimmung war sehr gut gewesen. Hätte ich aber NUR dieses Konzert gehabt, wäre ich wohl schon wegen dem Konzertgraben nicht so richtig glücklich gewesen, es war nicht so lauschig und intim wie 2005 oder wie das Konzert in Köln. Außerdem stand bei dieser Halle der Bus gewöhnlich auf dem abgesperrten Parkplatz und man mußte wohl wieder in der Kälte lauern oder mächtig Glück haben wie 2001, wo aber wohl ein Bruchteil des Publikums da gewesen war. Andererseits...WENN ich an die Jungs schon an diesem Abend herangekommen wäre...sie waren an diesem Abend in einer Karaoke-Bar und laut des weihnachtlichen Elbow-Special beim BBC hat Craig(!) dort "Bohemian Rhapsodie"(!!!) zum Besten gegeben!! DAS hätte ich so gern mit eigenen Augen und Ohren erlebt!!!
Setlist Berlin (Reihenfolge ohne Gewähr)
Starlings Bones of You Mirrorball Leaders of the free World The Loneliness of a towercrane driver Great Expectations The Stops Mexican Standoff Grounds for Divorce Newborn Weather to fly One day like this
Some Riot Station Approach Scattered Black and Whites
Hamburg - Übel & Gefährlich 08.11.2008
Ich war zunächst etwas verunsichert, als ich auf der Suche nach dem Konzertsaal in Hamburg den roten Elbow-Bus neben einem grusligen Betongebäude, einem KRIEGSBUNKER, stehen sah, der von weitem zudem recht eingezäunt aussah. Doch beim Näherkommen konnte ich feststellen, dass der Bus nicht abgesperrt war und ich schlich einwenig um ihn herum. Dann betrachtete ich den Eingang des Bunkers, dort sah es schon heimeliger aus, Glastüren und ein großer Musikalienladen! Aber nirgends ein Schild mit dem Namen des Clubs. Ich ging erneut zum Bus und zu meiner Freude tauchte irgendwann Kate, die Lichtfrau auf. Ich sprach sie an und erzählte, dass Pete was von einer "Gästeliste" gesagt habe und ob sie nicht mal nachfragen könne, wie er das gemeint hatte. Sie sagte zu und ging zum Gebäudeeingang. Ich folgte ihr um zu schauen, wo sie hinging. Immerhin konnte ich feststellen, dass sie den Haupteingang nutzte und dann irgendwann aus dem Foyer seitlich verschwand. Und ich wartete...und wartete...und stieg irgendwann suchend die Seitentreppen hoch um zu schauen, ob da irgendwo ein Schild wäre...aber wieder nur Musikaliengeschäft...Büros...bei der schon ziemlich einsam aussehenden 3.Etage gab ich keuchend auf und zockelte etwas frustriert wieder nach unten. Irgendwann kam mir die rettende Idee, im Laden zu fragen wo denn das "Übel und Gefährlich" sei: in der VIERTEN Etage! Diesmal nahm ich den Fahrstuhl. Und tatsächlich, hinter einer Glastür war eine eher abweisend aussehende Metalltür, aber ein kleines Schild daneben, was immerhin auf einen Club hinwies. Und es tönten SOUNDCHECK-Geräusche, ich glaube sogar das gewisse "tack tock tack" von "Bones of you" Da Kate noch nicht wieder aufgetaucht war, beschloß ich hier zu lauern. Und tatsächlich kam ein paar Minuten darauf eine andere junge Frau heraus sprach mich an: "Bist du die, die wegen der Gästeliste gefragt hat?" Ich bejahte eifrig. Zu meiner Enttäuschung erfuhr ich dass es tatsächlich ein kleines Mißverständnis war, Pete wollte einfach nur sicher gehen, dass ich das Konzert besuchen kann, er hatte offenbar nicht verstanden, dass ich ja Karten hatte. Ich äußerte dann auch etwas traurig, dass ich geglaubt hatte, es hätte bedeutet, dass ich die Musiker treffen darf. Die Frau meinte, dass der Backstagebereich schon nur für die Musikern und Crew war, aber sie tröstete mich, dass die Band nach dem Konzert an die Bar käme... Das heiterte mich doch wieder auf und ich beschloß, die Zeit bis zum Einlass durch einen kleinen Stadtbummel abzukürzen. Als ich wieder kam, war der Eingangsbereich des Bunker mit Absperrungen vollgestellt und es standen schon einige Leute. Ich bekam schon etwas Angst dass ich diesmal nicht in die erste Reihe käme zumal der Einlass auf sich warten lies...Als ich endlich rein durfte wurde mir klar, warum immer nur Häppchenweise die Leute durchgelassen wurden: Der Fahrstuhl! Damit es nicht zu Drängeleien käme stand auch ein Fahrstuhlführer drin, der die Fahrt nach oben aufgelockerte durch Rätstel: Wo kommen Elbow her? Ich wie aus der Pistole geschossen: Manchester bzw. BURY. Wie war der Bandname bevor sie sich Elbow nannten? Ich wieder auf Zack: SOFT oder Mr. Soft. Jemand protestierte ironisch: "eh lass uns auch mal ran." Den Wunsch erfüllte ich ihm bei der nächsten Frage: "Seit WANN heißen Elbow so?" denn das wußte ich gerade nicht. Die anderen aber auch nicht! Dann waren wir oben und da ich als letzte in den Fahrstuhl reingekommen war, war ich beim Aussteigen....die ERSTE! Und ich hatte sie wieder, meine "pole position" genau vor Garvs Mikro...und kein Konzertgraben! Beim Warten kam ich noch mit einem netten Thailänder ins Gespräch, der gerade in Rostock studierte und in Hamburg gerade Recherchen anstellte. Und zwei aus dem neuen Elbow-Forum kamen, ich hatte sie schon in Berlin gesehen, aber sie hatten mich nicht angesprochen weil sie nicht wußten ob sie mich richtig erkannt hatten. Diesen Tag machte Jesca wieder einen gesünderen Eindruck und sie hatte eine andere Haarfrisur (oder gar einen anderen Haarschnitt?) Das Publikum war nicht so wild und frenetisch wie in Berlin, aber man redet wohl nicht umsonst von der hanseatischen Kühle. Allerdings machten sie eine schöne "Mexican Wave" (La ola?), was von einem Fan auf Garvs Bitte(!) von der Bühne aus(!!) gefilmt wurde (LINK) Elbow spielte die selben Lieder wie in Berlin, bei "Weather to Fly" gab's das Schnäpschen von "Beautiful Michelle", bei Newborn ging wieder die Post ab, allerdings war Guy diesmal wieder etwas sitzfester. Vorher las er von einem Zettel ab "Es gibt ein Loch in der Nachbarschaft" (die Übersetzung für eine Zeile aus dem vorhergehenden "Grounds for Divorce" wo er auch wie bei allen vorherigen Konzerten und in Würzburg im Stampferteil eine Metallstange schlug (immer cool dieser Moment, wie dieser Schrank von Kerl auf dieses Teil einschlägt) Dann ein heftiger Lacheffekt: irgendwer hatte DAMENUNTERWÄSCHE auf die Bühne geworfen! (ICH NICHT!!). Das erste (klein und schwarz) wurde still und unauffällig von einem der Roadies entfernt, das zweite (weiß mit Pünktchen) hob Pete oder Mark auf und drückte es lakonisch in Garvs Hand worauf der es "erschrocken" in seine Hosentasche stopfte...*feix* Die Lichteffekte waren auch wieder sehr schön, die Spiegelkugel bei "Mirrorball", die farbig mystischen Effekte bei "Towercranedriver" und das düstere Blau bei "Some riot" (wo im Lichtschein plötzlich Garvs Oberhemd durchscheinend wurde und ich einwenig seine leicht verschwitzten Leibesrundungen erkennen konnte... *leichtangemachtkicher*...wie war das doch mit der Damenwäsche...?) Ich bin mir nicht ganz sicher ob es während "Station Approach" war oder noch vor der Zugabe, Guy nahm ein Bad in der Menge! Er kletterte von der Bühne und sang dann inmitten der Zuschauer weiter, vermutlich hatte er auch einem Fan seinen Arm übergelegt, leider konnte ich das nicht erkennen, es wurden Fotos geknipst, auch ich machte eines, aber falls einer den Menschen auf dem Bild mit drauf hat, der neben Guy stand, möge mir bitte bescheid sagen, ich hab von ebendiesem nämlich eine Anfrage bekommen und würde ihm gern die Freude machen auf ein Erinnerungsfoto! Nach dem Konzert wartete ich nun auf den Moment, wo die Band an die Bar käme. Der Raum wollte sich nicht so recht leeren, da waren wohl noch mehr die lauern wollten. Sicher wäre ich geduldig gewesen, denn es gab ja nur diesen einen Weg nach draußen. Plötzlich tauchte wieder die Crew-Frau auf kam auf mich zu und gab mir folgendes zu verstehen: die Band müsse leider zeitig gehen und deshalb dürfe ich für 10 Minuten in die BACKSTAGE! *augenrauswälz und es nicht fassen können* Als ich in den Backstageraum trat sah ich folgendes: rechts auf einer großen Couch saß Garv, links im Raum waren die anderen vier Elbows, Craig saß am Laptop. Im nächsten Moment stand Guy auf, rief freudig: "Hello!" und...UMARMTE MICH *lechzundglücknichtfassenkönnen* und er drückte mir einen Kuß auf die Wange *hysterischfreu*. Anschließend umarmten mich auch Craig, Mark, Pete und Jupp (die sind sowas von lieb!!) und Guy fragte mich, ob ich etwas trinken möchte, er habe Bier, Wein und Schnaps zur Auswahl...ich entschied mich für einen Rotwein, den hatten sie aber doch nicht da, "nur" Weißwein, der allerdings sehr gut schmeckte! (schade dass ich in der Aufregung vergaß zu gucken, was für einer das war, bestimmt kein billiger Fusel ausm untersten Supermarktregal) Nun konnte ich ausgiebig mit Garv und den anderen schwatzen, Fragen stellen (auch solche, wo ich schon lange mal gehofft hatte sie stellen zu können) und ich erfuhr zu meiner maßlosen Erleichterung dass Craig und Guy auch schon meine Website besucht hatten und die Zeichnung zu "Doorway of Fatcity Records" LUSTIG fanden!! Um dennoch diese etwas anzügliche Angelegenheit noch etwas auszugleichen erzählte ich Guy von meinem Erlebnis dieser Art (der Heimweg von der Sommerfete des Fitness-Centers...) und wir kamen überein, dass man derartige Abstürze besser vermeiden sollte. Guy ging zum Rauchen ans Fenster und wir blickten aufs nächtliche Hamburg (wahnsinns Aussicht) und Guy meinte, das Gebäude selbst sei ganz schön gruslig, eben ein Kriegsbunker. Und der Brite und die Deutsche sahen sich an und sagten leise: "NIE WIEDER KRIEG". Dann gab's noch eine lustige "Fotosession" mit meinem "Aldi-Camcorder", die Band, Jesca und ich stellten uns auf die große Couch (mit riesigem Alpenlandschaft-Gemählde im Hintergrund, und das in Hamburg *grins*), Prabjote machte die Fotos. Nach dem ersten Bild wollte die Kamera nicht mehr so recht; Stromling alle. Ich wühlte in meiner Tasche nach frischen Akkus, leider war der zweite Satz ebenfalls leer, worauf ich mit mancunischem Dialekt "Bugger" murmelte. Alle lachten (Witz angekommen *freu*), der dritte Akkusatz war zum Glück geladen und die Fotosession ging weiter. Das Ergebnis kann man auf der Elbow-Fotos-Seite betrachten, nochmal Dank an Prabjote. Irgendwann erzählte ich Guy, dass ich Hobbysängerin sei und meine bevorzugte Singrichtung sei so inetwa wie Comedian Harmonists und Noel Coward. Guy grinste und begann den Anfang von "The Bar at the Piccolo Marina" zu singen! (das kann er auch!!) und ich dachte "Au mann, ich würd so gern mal mit ihm ein witzige Duett singen, irgenwas unverfängliches, wo es nicht drauf ankommt, dass BEIDE Sänger von so atemberaubenden Talent sind wie er...mein Vorbild ist ja Blandine Ebinger, die immer eher gesprochen als gesungen hat...) Schließlich wies uns die Crew-Dame aufs Gehen hin. Die Band zog sich an, Guy hatte einen leuchtendroten, sehr warm aussehenden Anorak, und wir gingen wieder in den Publikumsraum, der sich inzwischen doch sehr geleert hatte. Aber ein Päärchen hatte tapfer ausgeharrt: Der La Ola-Filmer und seine Freundin. Die wurden nun für ihre Geduld belohnt mit Erinnerungsfoto und einer herzlichen Umarmung vom Garvey-Bär...das Mädel war zum vollen Verständnis meinerseits ganz aufgekratzt vor Freude und ich meinte grinsend zu ihr: "Es geht nichts über eine Umarmung von Guy Garvey" Im Fahrstuhl schaffte ich noch Guy zu fragen, (mit vorheriger Entschuldigung, dass es eine dumme Fanfrage sei) welche Augenfarbe er hätte. Er sagte "Haselgrün"! (genau so hatte ich es doch mal frotzelnderweise im Powderblueforum beschrieben *kicher*). Ich meinte, seine Irisränder wären oft auf Bildern bläulich, was er mit seinen Kontaktlinsen begründete. Er verriet mir sogar die Dioptrien! (ca. minus fünf! Da kann ich mir gut vorstellen, dass er damals als er als Jugendlicher seine Brille verlor ein gehöriges Problem hatte!) Am Bus verabschiedeten wir uns noch mal mit Umarmungen *seufz* und der La-Ola Filmer, seine Freundin und ich gingen zum gemeinsamen Schwärmen und Fachsimpeln noch ein Bierchen trinken...(eigentlich wollten die sich ja über meine Site mal bei mir melden...)
Setlist Hamburg (Original)
Starlings Bones of You Mirrorball Leaders of the free World The Loneliness of a towercrane driver Great Expectations The Stops Mexican Standoff Grounds for Divorce Newborn Weather to fly One day like this
Some Riot Station Approach Scattered Black and Whites
Zusammenfassung: Live klingen auch die Titel, die ich von der neuen Platte nicht so recht mag viel besser. One Day like this finde ich zwar nach wie vor etwas langweilig, aber mit seinem Handkuss hat Guy mir zumindest die gewisse Textstelle um einiges näher gebracht. Falls mir noch irgendwelche Details des Konzerts einfallen sollten werde ich es nachtragen...(es ist nicht so leicht sich derart viele Eindrücke zu merken, besonders, wenn man wie ich zum Schluss noch ein so tolles Backstage-Erlebnis hat)