Elbow im Postbahnhof
03.12.2005
Titelliste:
Station Approach
Fallen Angel
Red
Leaders of the Free World
My very best
Great Expectations
Fugitive Motel
Mexican Standoff
A Good Day
Switching off
Newborn
Weihnachtslied-Singen
Zugabe:
Puncture Repair
Powderblue
Forget Myself
Reihenfolge ohne Gewähr, wer eine Titelliste hat oder sich genauer erinnert, möge es bitte HIER posten :-)
Ich habe mich lange Zeit gar nicht getraut, mich auf das Konzert zu freuen, weil ich ja nicht genau wußte, ob ich es überhaupt
wahrnehmen kann. Zeitweilig sah es ja ziemlich unsicher aus, aber zum Glück hat es dann doch geklappt und mein Professor  
war so lieb, es mir zu erlauben (Hamburg war leider nicht drin)
So fand ich mich also am 3.12. am Postbahnhof ein und konnte zunächst schon erfreut feststellen, dass die Parkplätze noch frei
waren und ich regelrecht "pole position" hatte mit meinem kleinen Kampf-KA *grin*
Nachdem ich herausgefunden hatte, wo der Eingang war und wo das Konzert stattfinden sollte (im kleineren Flachbau) hieß es
erst einmal in der Kälte warten. Die Türsteher sahen auch verdächtig nach "Forget myself" aus (kahlköpfige Typen) und leider
verzögerte sich der Einlass einwenig, da die Kassierer nicht aus dem Knick kamen. Als es dann endlich rein ging, war aber der
Auftrittsraum noch zu wegen Soundcheck. Ich lauerte vor der Konzertraumtür. Und plötzlich...ging Guy an mir vorbei!! Und ich
hatte es erst gemerkt, als sich die die Tür wieder schloß *huch*
Doch dann kam endlich der richtige Einlass und ich sicherte mir eine schöne zentrale Stelle genau vor Guys Mikrofon. Um mich
herum fanden sich einige junge Damen ein, eine hübscher als die andere und ich bekam (nur ganz kurz *zwinker*) ein leichtes
"Mexican Standoff"-Gefühl, wo ich mir dachte: na bei dem Frauenandrang, ob ich da den Garv persönlich erwische...die sind alle
definitiv "betterlooking" als ich *grummel*
Englischsprachige Fans waren auch da, ob das britische Paar neben vielleicht auch bei Powderblue surft?
Die Vorband fing pünktlich an. Musikalisch fand sich sie gar nicht mal so schlecht, aber der Sänger!! Also wann kapieren die
deutschsprachigen Nachwuchssänger endlich, dass Schlagergesang und Britpop nicht zusammenpassen?! Wir sind hier bei
einem Rockkonzert und nicht bei Jürgen Drews (bzw. im alten Osten! Erfuhr später, dass der Sänger zu DDR-Zeiten bereits
Sänger war...wie war das doch bei den Ostmetal-Bands? Musik wie die Originale im Westen, Gesang wie BRD-Schlager;
Beispiel: er singt nicht "Zeit" sonder "Zäääääit", das würde ich nur bei einem Österreicher durchgehen lassen) Und ich war
offenbar nicht die einzige Person, der der Sänger mißfallen hatte.
Allerdings tönten keine Buh-Rufe, was ich ansich auch anständig finde. Ich hab nicht viel dafür übrig, Bands auszubuhen. Zumal
ja auch mein einziger Kritikpunkt der Gesang war.
Und dann begann der Bühnenaufbau für Elbow. Und da war auch wieder diese coole Frau, die RoadieIN, die ich auch von der
DVD kenne und an die ich mich auch sehr wohl noch von früheren Gigs erinnere. Neugierig beobachtete ich, wie die Frau alle
Instrumente außer die Drums checkte (ob sie die alles spielen könnte? Wäre ihr zuzutrauen)
Endlich begann das Konzert und ich hatte zunächst nur Augen für Garv. Ich konnte mich nicht satt sehen an seinen schläfrigen
Augen mit den "Vorhangwimpern" und nicht satt hören an seiner himmlischen Stimme. Er bewegte sich zwar wieder seltsam
tapsig und torkelte im Laufe des Konzertes manchmal so herum, dass ich schon wieder den Verdacht bekam, dass es vielleicht
nicht nur Kaffee war, was da in seinem Pappbecher war, aber andererseits machte er beim Reden mit dem Publikum einen
durchaus nüchternen Eindruck. Vielleicht lag es ja einfach nur an seiner Körpergröße und immerhin hatte er ja noch vor ein paar
Tagen  an einer Krücke laufen müssen.
Leider verstand ich nicht, was Guy den englischsprachigen Zuschauern zufrotzelte, dazu ist sein Dialekt doch etwas zu
schwierig (und ich konnte noch nicht Mancunisch üben weil es noch nicht seine Radiosendung gab) Aber immerhin verstand
ich, wie er mit der Roadie-Dame schäkerte.
Und ich heulte Rotz und Wasser bei "Red", "My very Best", "Fugitive Motel" und "Great Expectations". Bei "My very Best"
kiekste Guy einmal einwenig bei der letzten Zeile, was mich aber auf hinreißende Weise an den guten alten Peter Gabriel erinnerte
und letztlich passte es auch gut zu der tiefen Melancholie.
Einige waren etwas enttäuscht, dass "Grace under Pressure" nicht kam, aber dafür kam das schöne mystische "Switching off"
und eine B-Seite, nämlich das ziemlich rockige "A good Day"!
"Newborn" war natürlich dabei (wäre eine Schande wenn nicht!!) Guy tirilierte perfekt die hohen Töne und schrabbelte wieder
im Turbowalzer-Teil wild auf der Gitarre, eine Szene an die ich mich auch von früheren Konzerten her erinnere. Ein wirklich
herrlicher Titel.
Vor der Zugabe äußerte Guy, wir sollen ein Weihnachtslied singen, sonst gäb's keine Zugabe.
Dieser Aufforderung kamen wir auch nach und der ganze(?) Saal tönte "OH TANNENBAUM!"
Dann gab's "Puncture Repair", "Powderblue" und "Forget Myself". Bei "Powderblue" entschärfte Guy zwar einwenig den langen
Gesangston, aber der hat's ja auch in sich. Unsereins kann nicht mal frischausgeschlafen einen Ton so lange halten! Allerdings
hatte ich wieder einwenig dieses leichte Schreck-Gefühl als Guy sich in das Lied regelrecht reinsteigerte und am Schluss
Vocalisen schmachtete, bei denen er irgendwie aussah, als ob er kurz vorm Herzinfarkt sei...*huch*. Er hat schon eine seltsame
Bühnenpräsenz, dieser Bursche...
Da eine Aftershowparty in der Pücklerstraße angekündigt war, grübelte ich nun, ob ich da gleich hinfahren sollte oder hier
lauern. Der Raum leerte sich nämlich nicht, im Gegenteil, es kamen immer mehr Leute und eben auch diese vielen hübschen
Damen.
Letztlich entschloss ich mich, mal raus zu gehen.
Am Tourbus wartete ein männlicher Fan und ich gesellte mich dazu. Er hatte schon ein Autogramm von Jupp, was immerhin
darauf hindeutete, dass die Band noch da war und nicht in die Pücklerstraße abgezogen war. Erst kam Mark, dann Craig, mit
dem ich einwenig fachsimpeln konnte über dieses Stück was er auf der DVD spielt und was man noch hören kann bei "Bitten by
the Tailfly" und "Flying Dream 143"
Und endlich kam Guy. (Dank an die begleitende Dame, die ihm wohlwissend gleich das Gepäck abnahm)
Auch wenn Guy das hier wohl nicht lesen wird (wegen der Fremdsprache) möchte ich ihm für das Glücksgefühl danken, was er
mir gegeben hat. An seine liebe freundliche Umarmung werde ich mich ewig erinnern und das Bild (freundlicherweise von dem
männlichen Fan gemacht) ist jetzt Hintergrundbild auf meinem Laptop und hat mich darüber hinweggetröstet, dass ich über
Weihnachten im Krankenhaus war.
Jetzt wo ich zwar weiß, dass ich ohne das Konzert wohl eher zu Hause gewesen wäre kann ich aber nur sagen: Weihnachten ist
überall, sogar einwenig auf einer hämatologischen Isolationsstation, aber Elbow ist nicht überall. Und eine Umarmung von Guy
Garvey ist mehr wert als der schönste Weihnachtsbaum!! *seufz*
Und wenn es an diesem Abend nicht so grausig kalt gewesen wäre, hätte ich noch auf Pete gewartet. Hätte schon ganz gern mit
über Bassgitarreneffekte geschwatzt, z.B. den in "Any day now". Mein Ex-Schwager (Semiprofibasser) meint nämlich der sei
synthetisch *amkopfkratz*
Ich hoffe, ich kann nächstes Jahr Elbow irgendwo noch mal live erleben. Vielleicht in England? (da dürfte aber der "Mexican
Standoff"-Effekt noch größer sein *schluck*...oder ich treffe Dayna, Ceri oder sonst eine mega-garveysierte Net-Kumpeline aus
dem Powderblue-Forum und wir angeln uns den Garv mit vereinten Kräften...würde gern mal ein Ale mit ihm trinken....*grins*
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