| Kuschelrock?! |
| Elbow waren in Berlin und die allgemeine Presse hat's bemerkt. Zum ersten Mal eine Rezension in der Berliner Zeitung, die man HIER nachlesen kann um sich ein Bild zu machen worums hier geht. (HIER kann man übrigens Blauflauschs Meinung zum Konzert lesen) In o.g. Zeitungsrezension wurde Elbows Musik zwar wieder mit den üblichen Verdächtigen (Coldplay) in einem Atemzug genannt aber auch mit Leuten, wo Garvey wohl ziemlich sauer wäre, wenn er das wüßte (ausgerechnet James Blunt, dessen Musik Guy mal als "Devil's shit" bezeichnete) Da kam mir wieder meine alten Gedanken über "Balladen-CDs" hoch und ich überlegte, was ist denn überhaupt Kuschelrock? Bisher dachte ich immer, das wären Rockballaden, die so sanftmütig sind, dass man sie ohne Bedenken auch mit unrockbaren Freund(in)en zum Poppen hören kann. Auf den ersten Ausgaben jener CD-Reihe stimmte das zum Größten Teil auch, allerdings waren auch damals schon definitiv nicht der Rockmusik zugehörige Interpreten dabei. Zum Beispiel das schmalzige Duett zwischen Kylie Minoque und Jason Donovan (kennt den Knaben heute noch einer?) Über die Jahre nahm dann aber der Anteil an solchen Querschlägern zu weswegen ich mich mal schlau machte, was denn die Urheber dazu meinten. Und fand heraus, dass der Erfinder des Wortes ein recht bekannter Radiomoderator war, der es inetwa so beschrieb: Geschwindigkeit unterhalb des Herzschlages, es muß über Liebe handeln und die Zugehörigkeit zum ROCK ist NICHT zwingend. Es soll "emotional" sein. Ist ja schon ein dehnbarer Begriff. Die meisten Leute mögen ja Mariah Careys Hochfrequenzwinseln oder o.g. Duett. Aber dennoch sehe ich irgendwie keinen Grund, das dann als "Rock" zu benamsen. Und auf den neueren Platten sind auch noch Fehlgriffe ganz anderer Art. "How you remind me" von Nickelback ist Rock. Definitiv. Aber nicht kuschelig. Es sei denn man hört normalerweise Grindcore. Aber die würden bei Kylie und Co. erst recht in Prügel- statt in Knuddelstimmung kommen!! Also meiner Ansicht nach eine Schummelpackung und schlampig ausgewählt. Und wohl nicht zum Schmusen sondern eher als halbwegs erträgliche Gaststättenhintergrundmusik geeignet. Oder als Quelle für eigene Mix-CDs wo man dann die Sachen rausfiltert, die einem gefallen. Auf den frühen CDs waren immerhin Leute wie Genesis MIT Gabriel und Marillion dabei. Womit Elbow ja durchaus drauf passen würden. (z.B. mit "Mirrorball"). Aber durch die ganzen Querschläger hat "Kuschelrock" diesen peinlich unrockigen Beigeschmack bekommen. Peter Gabriel mag ja mit "Don't give up" auch das Weichei beglücken. Spätestens bei "Darkness" merkt dann aber jeder, dass Gabriel kein "Kuschelrocker" ist. Und wenn ich an "Snooks" oder "Newborn" denke, trifft das auch auf Elbow zu. Ich kann nur hoffen, dass Elbow auf ihrer nächsten CD wieder etwas widerborstiger werden, den "Kuschelrock-Olymp" sollten sie wohl doch besser ihren braven Artverwandten überlassen und lieber nach dem progressive-pop-ala-Gabriel-Olymp Ausschau halten...immerhin werden sie ja demnächst auf Gabriels "Scratch my back"-Sampler teilnehmen.... |